Mein Schokoladennikolaus erzählt dass er eigentlich ein Zwerg ist und die Erde hütet. Er ermahnt uns, achtsamer mit der Erde umzugehen.

Der Schokoladennikolaus kann sprechen!

Der Schokoladennikolaus kann sprechen!

Da steht dieser kleine Schokoladennikolaus in Stanniol, den ich geschenkt bekommen habe. Ich betrachte ihn. Es scheint mir fast, als wäre er lebendig. Er beginnt, mit mir zu sprechen. „Weißt du, ich bin eigentlich ein Zwerg.“ Huch, das überrascht mich jetzt doch sehr, dass dieser Schokoladennikolaus sprechen kann. Und was er sagt… Hm. Mal weiter hinhören…

Ich betrachte ihn. Ja, er sieht eigentlich so aus, wie ich mir einen Zwerg vorstelle mit seinem Rauschebart, den langen Haaren und dem gemütlichen Bauch. Der gute Bischof Nikolaus damals, der die Kinder so liebte, sah wohl kaum aus wie die Nikoläuse und Weihnachtsmänner, die uns heute überall in der Werbung begegnen. Ich wende mich wieder dem kleinen Nikolaus in Stanniol zu, der hier auf meinem Tisch steht.

Er spricht mit mir!

Mein Nikolaus-Zwerg fährt fort, mit mir zu sprechen. Er erzählt mir, dass er als Zwerg die unermesslichen Schätze in der Erde hütet und verwaltet. Die Zwerge seien nämlich sehr eng mit Mutter Erde verbunden und pausenlos für sie tätig. „Neben den Schätzen in der Erde, den Bodenschätzen, verwalten und pflegen wir Zwerge die Schätze des uralten Wissens. Wir sind aber auch Hüter der Kreisläufe und Vorgänge von Werden und Vergehen auf diesem Planeten. Es gibt uns überall, auf jedem Kontinent, an jedem Ort und jeder einzelne Zwerg hat ganz spezielle Aufgaben.“ Das finde ich sehr interessant!

Die Zwerge haben häufig keine gute Meinung von uns Menschen, denn sie wissen sehr genau, wie wir uns verhalten und was wir insgeheim denken. Wenn wir „brav sind“, also, wenn wir in Achtung und Respekt vor der Natur und mit der Natur zusammenleben, machen sie uns sehr gerne Geschenke. Das ist ja etwas, was wir aus den volkstümlichen Geschichten kennen. Zwerge sind sehr weise, arbeiten viel und sie feiern gern.

Eigentlich ist er ein Zwerg…

Ich denke an diese Filme und Geschichten von der Weihnachtswerkstatt der Zwerge, stelle mir die nordischen Weihnachtswichtel vor, auch den amerikanischen Santa Claus, der mit einem Rentierschlitten unterwegs ist oder das russische Väterchen Frost. Neben der äußerlichen Ähnlichkeit verbindet sie, dass sie alle naturverbunden sind und die Elemente beherrschen. Nikolaus, die Zwerge und Mutter Erde – da besteht ja tatsächlich ein Zusammenhang!

Dieses Prinzip des Ausgleichs ist überall zu finden. Bei uns fragt er die Kinder „Warst du denn brav dieses Jahr?“. In den USA werden dem Santa Claus Kekse und Milch als Gegengeschenk bereitgestellt. Und wie ist es? Waren wir „brav“? Achten und ehren wir Mutter Natur? Viele von uns tun eher nicht. „Aber ich bin hoch erfreut, denn das Bewusstsein vieler Menschen und ihr Verhalten verändert sich.“, meint mein Nikolaus-Zwerg im bunten Papier.

Zwerge hüten die Schätze der Erde.

Ich erfahre weiter von ihm: Die Erde birgt unvorstellbare Schätze und die dürfen wir nutzen. Die Stoffe, die wir so treffend als Bodenschätze bezeichnen, haben allerdings auch wichtige Funktionen, die uns noch nicht bekannt sind. Diese Funktionen können sie nur erfüllen, wenn sie genau dort bleiben, wo sie naturgemäß hingehören. Einige dieser Schätze haben wir Menschen so stark ausgebeutet – das Wort trifft es! – dass wir damit die Grenzen des Erträglichen für den Planeten erreicht haben. Für unseren bewussten Umgang mit Ressourcen und unser nachhaltiges Wirtschaften und Produzieren ist es höchste Zeit.

„Ja, das ist gut!“, sagt der kleine Nikolaus-Zwerg. „Eigentlich ist es noch untertrieben…“ „Jeder Lebensraum mit all dem, was sich dort befindet, erfüllt einen wichtigen Zweck, hält essentielle Kreisläufe in Gang, bringt die immense Vielfalt der Schöpfung zum Ausdruck und trägt dazu bei, das Ganze zusammenzuhalten.“

Geschenke für uns!

Mein Nikolaus und die Zwerge möchten uns liebend gern mit den Geschenken von Mutter Erde überhäufen, möchten uns glücklich und lachend sehen. Wir sollten aber auch „brav sein“. Damit meint er, dass wir unsere Erde achten und ehren sollten und nicht fortfahren dürfen, sie mutwillig zu zerstören. „Einverstanden, kleiner Zwerg?“ „Genau so, ja.“, sagt er.

Tja, der Nikolaus ermahnt uns. Das tut er liebevoll und mit erhobenem Zeigefinger. So sind die Zwerge.

© Ina Martina Klein, Dez. 2020

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